{"id":46,"date":"2021-11-21T15:05:42","date_gmt":"2021-11-21T15:05:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ig-dietzenbach.de\/?page_id=46"},"modified":"2021-11-21T15:05:42","modified_gmt":"2021-11-21T15:05:42","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ig-dietzenbach.de\/?page_id=46","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angefangen hat alles mit dem Ideenwettbewerb &#8222;Dietzenbach 2030 \u2013 definitiv unvollendet&#8220;. Im Zuge dieses Projektes sollte das Interesse der B\u00fcrger f\u00fcr eines der zentralen Probleme der Stadt, den reichlich vorhandenen nutzungsfreien \u00f6ffentlichen Raum, geweckt werden. Erreicht wurde dies durch eine k\u00fcnstlerische Installation, bestehend aus einer ca. 600m langen und 1,80m breiten Achse aus 2.500 Stelen zwischen zwei, die Stadtfl\u00e4che zerschneidenden Verkehrstrassen, sowie durch das Angebot, eine brach liegende Fl\u00e4che von 100 qm tempor\u00e4r zu nutzen.<br><br>Die Aktivierung der Bev\u00f6lkerung verlief aufgrund der niedrigschwelligen Beteiligungsstrategie (Vor-Ort-B\u00fcro) \u00fcberaus erfolgreich: Ca. 1.000 Menschen nutzten das B\u00fcro als Anlaufstelle, 260 Anfragen gingen bez\u00fcglich der Nutzung einer brach liegenden Parzelle ein. Es gelang auch die Mobilisierung einer bislang wenig eingebundenen Gruppe \u2013 die der B\u00fcrgerInnen mit Migrationshintergrund, darunter viele Migrantinnen, die als besonders schwer erreichbar gelten. Auch \u00e4ltere deutsche Frauen, zumeist Rentnerinnen, waren verst\u00e4rkt pr\u00e4sent.<br><br>Im Ergebnis wurde vor allem bei der Dietzenbacher Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund ein gro\u00dfer Bedarf an G\u00e4rten festgestellt: \u00dcber 80% der Nutzungsanfragen bezogen sich auf eine Kleingartennutzung bzw. Spielm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Kinder. Besonders gro\u00df (90%) war die Nachfrage nach solchen halb\u00f6ffentlichen R\u00e4umen bei den befragten muslimischen Migrantinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die gro\u00dfe Zahl der Gartenw\u00fcnsche wurde von politischer Seite jedoch eher negativ bewertet und die Vergabepraxis mit restriktiven Vorgaben belegt. Aus diesem Grund lie\u00df das Interesse an einer tempor\u00e4ren Nutzung mehr und mehr nach und kam schlie\u00dflich vollkommen zum Erliegen.<br><br>Im Fr\u00fchjahr 2005 wurde die gro\u00dfe Nachfrage nach einer Kleingartennutzung im Rahmen des Bundesmodellprogramms &#8222;Lokales Kapital f\u00fcr soziale Zwecke&#8220; (LOS) des Bundesministeriums f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), gef\u00f6rdert aus Mitteln des Europ\u00e4ischen Sozialfonds (ESF), wieder aufgegriffen. Im Rahmen eines LOS-Mikroprojektes wurde von Petra G\u00fcnther und Salih G\u00fcnd\u00fcz vor Ort die Bildung eines Netzwerks von garteninteressierten Dietzenbacher B\u00fcrgerInnen mit dem Ziel der Gr\u00fcndung eines Vereines &#8222;Internationale G\u00e4rten Dietzenbach&#8220; initiiert und koordiniert.<br><br>Zielgruppe waren die BewohnerInnen des Spessartviertels aus unterschiedlichen Herkunftsl\u00e4ndern, insbesondere Frauen. Adressenlisten Garteninteressierter standen aus dem o. a. Forschungsprojekt &#8222;Dietzenbach 2030&#8220; zur Verf\u00fcgung und erleichterten die Suche nach engagierten TeilnehmerInnen erheblich.<br>Die Besetzung der Gruppe war international vorgesehen, jedoch wurde Wert auf eine multinationale Zusammensetzung gelegt, d. h. nach M\u00f6glichkeit sollten nicht mehr als ein bis zwei Familien aus einem Herkunftsland teilnehmen, um den interkulturellen Austausch zu f\u00f6rdern und Deutsch als notwendige gemeinsame Verst\u00e4ndigungssprache abzusichern. Die Aktivierung der sehr engagierten TeilnehmerInnen, \u00fcberwiegend mit Migrationshintergrund, verlief bisher ebenso erfolgreich wie die Lobbyarbeit in den politischen Gremien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Im Mai 2005 fand die Gr\u00fcndungsversammlung des Vereins &#8222;Internationale G\u00e4rten Dietzenbach \u2013 Interkultureller Verein zur F\u00f6rderung von Eigeninitiative, beruflicher Integration und sozialer Entfaltung&#8220; statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Preise und Auszeichnungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Im Dezember 2008 wurde das Vorg\u00e4ngerprojekt &#8222;Dietzenbach 2030 &#8211; definitiv unvollendet&#8220;, insbesondere das Stelenprojekt aus dem Jahr 2002, im Rahmen des Wettbewerbs ZUSAMMEN GEBAUT der Landesinitiative Baukultur in Hessen unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministers f\u00fcr Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung lobend erw\u00e4hnt, auch aufgrund der Projektverstetigung durch die Internationalen G\u00e4rten. Ein Teil des Preisgeldes wurde von der Architektin Barbara Boczek an den Verein Internationale G\u00e4rten Dietzenbach weitergereicht.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Im November 2005 wurden die &#8222;Internationalen G\u00e4rten Dietzenbach&#8220; e.V. auf Initiative der Stadtsoziologin Petra G\u00fcnther als vorbildliches Beispiel nachhaltigen B\u00fcrgerengagements mit einem Preis ausgezeichnet und in die F\u00f6rderung des Bundesprogramms &#8222;B\u00fcrger initiieren Nachhaltigkeit&#8220; (BIN) aufgenommen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Aufgrund seines Erfolges wurde das ESF-Mikroprojekt zur F\u00f6rderung der beruflichen Eingliederung im Rahmen des Programmes &#8222;Lokales Kapital f\u00fcr soziale Zwecke&#8220; (LOS) von der LOS-Koordinationsstelle Offenbach ausgew\u00e4hlt und auf dem 3. LOS-Kongress am 23. Januar 2006 in Berlin pr\u00e4sentiert.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angefangen hat alles mit dem Ideenwettbewerb &#8222;Dietzenbach 2030 \u2013 definitiv unvollendet&#8220;. Im Zuge dieses Projektes sollte das Interesse der B\u00fcrger f\u00fcr eines der zentralen Probleme der Stadt, den reichlich vorhandenen nutzungsfreien \u00f6ffentlichen Raum, geweckt werden. 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